HEIMAT- UND
GESCHICHTSVEREIN
ERLANGEN e.V.
Heimat- und
Geschichtsverein
Erlangen e.V.

Patriotische Vereine1848 gingen aus dem E Bürgertum drei P. hervor, die für die konstitutionelle, d.h. durch eine Verfassung gebundene Monarchie eintraten und sich gegen revolutionäre Tendenzen wandten. Der erste P. entstand als Verein für vaterländische Interessen am 1.5.1848. Zu seinen Hauptzielen gehörte auch die Ausübung aller durch die Gesetze verliehenen Rechte und Freiheiten einschließlich der Errungenschaften vom März wie z.B. Pressefreiheit (siehe auch Revolution 1848/49). Mit zeitweise 150 Mitgliedern war er damals der größte politische Verein in E. Die Patriotische Gesellschaft, die sich wenige Tage danach am 6.5.1848 konstituierte, hatte die gleichen Ziele. Gut die Hälfte ihrer 100 Gründungsmitglieder gehörten auch den beiden Geselligkeitsvereinen, der Harmonie und dem seit 1818 bestehenden Bürgerverein, an. Als dritter P. entstand im Juni 1848 das Politische Freitagskränzchen, das ebenfalls aus Mitgliedern des Bürgervereins hervorging. Alle drei P. trafen sich zu gemeinsamen Veranstaltungen und schlossen sich als Die drei constitutionellen Vereine zusammen. Ihre Mitglieder gaben 1848/49 die Zeitschrift Fliegende Blätter für politische Volksbildung heraus, die zeitgenössische politische und soziale Fragen behandelten, z.B. Republik und Monarchie, Die Verschiedenheit der Stände und des Besitzes, Das Fabrikelend und seine Abhilfe. Ab Herbst 1848 machte ihnen u.a. der demokratisch-republikanische Politische Verein Konkurrenz, doch kam es unter dem Druck der Reaktion zu einer Annäherung. Von 1850 an wurde die Arbeit politischer Vereine in Bayern durch die rigide Vereinsgesetzgebung stark reglementiert; die P. verloren aber auch an öff. Interesse und lösten sich auf, der letzte Ende 1851.

aus dem Erlanger Stadtlexikon (Herausgeber: Stadtarchiv Erlangen)

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