HEIMAT- UND
GESCHICHTSVEREIN
ERLANGEN e.V.
Heimat- und
Geschichtsverein
Erlangen e.V.
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Jahreshauptversammlung 2009 · 90 Jahre Heimat- und Geschichtsverein

Die Jahreshauptversammlung fand am 2. April statt. Nach dem Rechenschaftsbericht und der Entlastung des Vorstands wurde das Jahresprogramm vorgestellt, das wegen des 90jährigen Jubläums mit ausergewöhnlichem Zeit- und Kostenaufwand verbunden ist. Bertold Frhr. von Haller präsentierte als einer der verantwortlichen Redakteure die 52. Ausgabe der Erlanger Bausteine zur fränkischen Heimatforschung mit einem Umfang von 368 Seiten. Die Mitgliederversammlung beschloss mit großer Mehrheit, dass der Vereinsvorstand prüfen solle, ob das Gebäude des Offenen Ateliers, eines der ältesten Gebäude der Innenstadt, ein geeigneter Standort für den Verein wäre.

90 Jahre Heimat- und Geschichtsverein

Im Jahr des dreihundertsten Geburtstages der Markgräfin Wilhelmine feiert der Heimat- und Geschichtsverein Erlangen sein 90jähriges Jubiläum. Gegründet wurde der Verein 1919 als Verein für Heimatschutz und Heimatkunde. Sein Name war stets sein Programm. Das ist bis heute so geblieben, auch wenn sich Randbedingungen und Gesellschaft gewandelt haben. Aufgaben und Ziele blieben erhalten: der Verein engagiert sich kontinuierlich für seine Heimatstadt Erlangen in den Bereichen Heimat- und Stadtbildpflege, Denkmalschutz und natürlich Stadtgeschichte. Dies tut er in rein ehrenamtlicher und überparteilicher Weise und so soll es in Zukunft auch bleiben. Der Verein hat etwa 100 Tauschpartner und an die 700 Mitglieder mit einen hohen Frauenanteil. Das Beitrittsalter liegt bei 40 Jahre, was sicher mit den Schwerpunkten Heimat und Geschichte zu tun hat.

Was hat sich nun verändert?

Heute wissen die Jungen dank des Internets mehr über die weite Welt, die Kenntnisse über die eigene Region werden dagegen geringer. Sie sind aber gerade in einer Welt, in der alles ähnlicher wird, immer wichtiger. Die Informations- und Bildflut gehen schnell vorüber, unsere Inhalte sind in der schnellen Zeit schwieriger zu vermitteln. Deshalb müssen diese lokalen Themen wieder vermehrt in die Schulen. In einer Zeit der medialen Selbstdarstellung und in einer individualistischen Welt, in der immer mehr Einzelprojekte und Einzelinteressen nach vorne drängen, ist es nicht so leicht, junge Mitglieder zu finden. Deswegen wollen wir dieses Jahr auch hie und da neue Wege gehen.

Was bietet der Verein heute alles seinen Mitgliedern?

Er stellt mit seiner Bibliothek über 15.000 fränkische und überregionale Geschichtsbücher kostenlos zur Verfügung, er unterstützt mit der Herausgabe der Erlanger Bausteine zur fränkischen Heimatforschung lokale Autoren und schafft eine wissenschaftliche Reihe auf hohem Niveau. Er unterhält in Frauenaurach das Museum im Amtshausschüpfla. Er hat engagierte Arbeitskreise vor Ort, die aktiv an der Stadtbildpflege mitwirken, er bietet Kulturfahrten an, organisiert Führungen, beteiligt sich am Tag des Offenen Denkmales und arbeitet in vielen Gremien mit. Für Vereinsmitglieder sind alle Leistungen kostenlos - und das bei einem Jahresbeitrag von 25 Euro.

Jahresprogramm 2009

  1. Am 11. November gibt es diesmal nicht den traditionellen Pelzmärtelabend. Stattdessen findet am 12. November die Festveranstaltung zum 90jährigen Bestehen des Heimat- und Geschichtsvereins im Redoutensaal statt. Die Festrede hält der ehemalige bayerische Ministerpräsident Dr. Günter Beckstein.

  2. In Zusammenarbeit mit der Stadt Erlangen erscheint ein Sonderband der Erlanger Bausteine zur fränkischen Heimatforschung über die Straßen in Erlangen. Dieses Buch der Straßennamen ist sicher für alle Erlanger sehr interessant und wird in höherer Auflage gedruckt.

  3. Gemeinsam mit der Universität entsteht ein Kalender ab dem Jahr 2010 als Postkartenserie mit teils historischen, teils aktuellen Motiven aus der Barockstadt. Hier sollen auch Bilder der Bronzetafeln, die der Verein an historisch bedeutsamen Häusern anbringt, gezeigt werden.

  4. Teilweise in enger Zusammenarbeit mit den Freundeskreis Erlanger Altstadt, dem Tanz-Turnier-Club Erlangen (TTC), dem Gemeinnützigen Theater- und Konzertverein Erlangen (gVe) und dem Orstkuratorium Erlangen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz organisiert der Verein mehrere Veranstaltungen zum 300. Geburtstag der Markgräfin Wilhelmine.

  5. Im Innenhof des Stadtmuseums gastiert am 20. Juli das international renommierte Tanzensemble Musica et Saltatoria aus Salzburg musikalisch begleitet von Mitglieder der Nürnberger Philharmoniker. Sie werden das Publikum in die Zeit Wilhelmines zurückversetzen. Der Freundeskreis Erlanger Altstadt begeht damit sein 10jähriges Jubiläum.

  6. Am 18. Juli findet das große Einladungsturnier um den Wilhelminenpokal in der Heinrich-Lades-Halle statt: Dort treffen sich Spitzenpaare des deutschen Amateur-Tanzsports. Neben dem großen Turnier wird die Entwicklung der höfischen Tänze aufgezeigt und es gastieren die deutschen Meister im Rollstuhltanz. Der TTC Erlangen feiert sein 60jähriges Jubiläum bei diesem Rot-Weiß-Ball.

  7. Am 27. April findet eine kulturhistorische Busexkursion nach Bayreuth zu den barocken Sehenswürdigkeiten der Markgräfin Wilhelmine statt. Diese Busreise ist nur für Vereinsmitglieder.

  8. Historische Orte des Genusses heißt das Motto des diesjährigen Tags des Offenen Denkmals am 13. September. Hier werden die Organisatoren wieder mit besonderen Überraschungen aufwarten, die von visuellen und kulturellen bis hin zu leiblichen Genüssen reichen werden.

  9. Am 6. September bietet der Verein eine weitere kulturhistorische Busexkursion für seine Mitglieder zu Burgen in der Oberpfalz an.

  10. Zum Erlanger Herbst am 18. Oktober findet wieder der traditionelle Rundgang von Jochen Buchelt zur Erlanger Brauereigeschichte in der Altstadt statt.

  11. Am 24. Juli wird der Verein im Rahmen der Aktion des Stadtverbandes der Kulturvereine Vereine gehen an die Schule wieder Schülerinnen un Schüler durch die Erlanger Altstadt führen.

  12. Der Arbeitskreis Kosbach wird anlässlich seines 25jährigen Bestehens am 18. September eine Ausstellung im Kosbacher Stad’l eröffnen, die uns die vom Arbeitskreis restaurierten Flurdenkmäler zeigen wird.

    Der Arbeitskreis Innenstadt plant eine weitere Bronzetafel an der Stadtmauer in der Östlichen Stadtmauerstraße neben der Großbaustelle des Klinikums. Dort soll ein Teil der Stadtmauer im Original erhalten bleiben. Weiterhin wird der Arbeitskreis wieder den Blumenschmuckwettbewerb zusammen mit der Stadt Erlangen durchführen.

    Der Arbeitskreis Bruck will eine erklärende Tafel zum ehemaligen Brucker Rathaus in der Fürther Straße aufhängen.

    Nach der Ostereierausstellung startet am 3. Mai im Museum Amtshausschüpfla in Frauenaurach die Jahresausstellung Fürchte Dich nicht, glaube nur des Arbeitskreises Frauenaurach, die bis in den Herbst sonntags geöffnet ist.

  13. Ob es sich nun um Veränderungen in der Altstadt, um die fortschreitende Sanierung des Palais Stutterheim, um Diskussionen über die öffentlich-kulturelle Nutzung in denkmälgeschützten Häusern der Innenstadt, um das Platenhäuschen, um die Nutzung des Museumswinkels oder des Offenen Ateliers handelt, es gibt genug aktuelle Themen zur Denkmalpflege.

    Der Verein begrüßt es, dass nun endlich das Stadtarchiv eine feste Bleibe im Museumswinkel erhalten wird, nachdem uns das Einstürzen des Kölner Stadtarchivs vor Augen geführt hat, wie wichtig eine solche Einrichtung ist. Der Verein bedauert sehr die totale Hangfreilegung am Platenhäuschen und befürchtet weitere Probleme. Ebenso bedauert er den Abriss der Bachmannvilla im Zuge der Klinikumsneubauten.

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